Stämpfli 1x Bj. 1982 – Reparatur

Nach einer unliebsamen kalten Dusche im Winterhafen, wurde der Stämpfli Einer meines Freundes Volker direkt an das Anlegefloß gedrückt und dadurch die sehr anfällige Bootshaut aus Abachi Holz auf einer Länge von gut 2 Metern eingedrückt.  In schönen langen schmalen und breiten Streifen war der Rumpf gerissen und dies auch direkt unter dem Einstiegskasten.

Für die Reparatur wurde das Handlaminieren mit Carbonmatten bei gleichzeitigem Spreizen mit dünnen Spannten gewählt.  Aber erst musste das gute Stück in die Outdoor Werkstatt gebracht werden.

   

Problematisch war das Öffnen des Einstieges, da hier ja alles verleimt ist.  Ein Foto durch den Luftkasten war da schon sehr aufschlussreich.  Mittels Multitool wurde der Kasten in Streifen geschnitten, ausgebrochen und mit Stemmeisen und Deltaschleifer die Auflagen des Decks gereinigt.  Die Stütze über dem Kiel wurde einfach abgetrennt und herausgenommen.  Ebenso nahm ich die beiden Schott (Stemmbrett und Einstieg) heraus, um so optimal arbeiten zu können.

Am Fußraum und Einstieg wurde mit einem 80er Schleifpapier vorgearbeitet und anschließend eine 160g Carbonmatte auf schwarzem Epoxyd laminiert.  Bei den besonders starken Beschädigungen im Einstiegskasten wurden 5 „Gräten“ mit eingeklebt, um die Bootshaut in Form zu halten.  Im Fußraum wurde noch ein zusätzlicher Streifen Carbon unidirektional zur Stützung laminiert.

Der Einstiegsdeckel wurde aus einer Flugzeugspanplatte 3mm geschnitten, angepasst und anschließend mittel 80g Carbon ebenfalls verstärkt.  Dazu wurde noch das Schott über eine Schablone gefertigt und nach dem Einbau ebenfalls mit dieser Matte überzogen.  Um die Rollschienen wieder fixieren zu können, wurde ein Luftkastendeckel eingebaut und im Schraubenbereich Holzverstärkungen angebracht.

 

Das Schott am Stemmbrett wurde mittels Epoxyd versetzt mit Fasern verklebt.  Dazu verwende ich eine 50ml Einwegspritze die ich ähnlich einer Silikonkartusche bedienen kann.  Hält bombenfest und ist dicht.

Jetzt kam der besonders schwere Teil.  Ich wollte das Boot an der Außenseite nicht völlig neu Lackieren.  Mit einem 5cm Tesaband (Paketklebeband durchsichtig) klebte ich die Fläche ab und schliff diese mit dem Excenterschleifer bis Körnung 240.  Da die Bruchränder leicht nach außen gewölbt waren, schliff ich hier die Furnier ab.  Nicht schön im Aussehen, aber ein wohlgeformter Bootskörper.  Nach einer gründlichen Reinigung ging es ans Lackieren.  Der Tipp von Bootsbauer Max Schellenbacher dies mit einem guten Lasurpinsel und per Hand zu machen, zahlte sich aus.  Ich verwendete dazu den bereits erprobten Lack von Epiform.

 

Bis zur fertigen Trocknung widmete ich mich den Auslegern.  Jemand hatte in der Vergangenheit einen grauen Lack aufgebracht.  Bei Aluminium nicht die beste Wahl, da er mit der Zeit abgestoßen wird und dies auch unansehlich ist.  Ich ließ die Ausleger bei einem Freund mittels Glasperlen strahlen und die Ausleger – STRAHLEN.

Wieder zusammengebaut hatte das gute Stück aus 1982 auch noch ein kleines Facelifting erhalten.  Boot schwimmt und ist dicht.

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